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Eine Jugendliche schlägt ein Buch auf

Einsamkeit bekämpfen – Demokratie fördern

Die Einsamkeit junger Menschen ist eine Gefahr für die Demokratie“, so eindringlich bringt es die Bertelsmann Stiftung in einer 2025 veröffentlichten Studie auf den Punkt. Viele, insbesondere chancenbenachteiligte, junge Menschen fühlen sich einsam und abgehängt. Besonders im Ruhrgebiet. Als Schirmherr des Projekts wurde der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst gewonnen.

Das Projekt „Einsamkeit bekämpfen – Demokratie fördern" der Stiftung – Dein Zuhause hilft, der RAG-Stiftung und der Vivawest Stiftung will dem entgegenwirken. Es knüpft damit an ein Schwerpunktthema der NRW-Landesregierung mit ihrem Aktionsplan „Du+Wir=Eins“ an.

 

Das Projekt umfasst drei Bestandteile:

1.    Kreative Live-Veranstaltungen zu Themen wie beispielsweise „Einsamkeit und Armut“,

2.    Schul-Workshops zum Thema „Einsamkeit“ sowie

3.    die Ausweitung der kostenlosen, anonymen und niederschwelligen Krisenberatung per Chat von krisenchat im Ruhrgebiet.

Somit möchte das Projekt dazu beitragen, dass junge Menschen sich gehört und verstanden fühlen, Wege zu mehr Teilhabe finden und damit auch auf ihrem individuellen (Bildungs-)Weg gestärkt werden.

Live-Veranstaltungen: Jungen Menschen Raum geben und Austausch ermöglichen

Der erste Bestandteil des Projekts umfasst eine Veranstaltungsreihe an verschiedenen Orten im Ruhrgebiet. In moderierten, interaktiven Panels diskutieren Teilnehmende mit Betroffenen und renommierten Fachleuten über den Zusammenhang von Einsamkeit, gesellschaftlicher Ausgrenzung und demokratischer Teilhabe. Es handelt sich um ein offenes, bewusst niedrigschwelliges Format, bei dem die jungen Menschen selbst die Hauptrolle spielen. So wird es beispielsweise Live-Musik, Spoken-Word-Acts, einen Hot Seat, Emoji-Schilder und Umfragen geben. Die Veranstaltungen zeigen den Betroffenen: Ihr seid nicht allein. Sie machen Zugehörigkeit erfahrbar und zeigen Lösungsoptionen auf. Durchgeführt werden die Veranstaltungen durch die Initiative Ruhrpott für Europa der Young Politics gUG.

Schul-Workshops: Einsamkeit zum Thema machen – ohne Stigmatisierung und Ausgrenzung

Die Veranstaltungsreihe wird ergänzt durch vertiefende Workshops an weiterführenden Schulen im Ruhrgebiet. Eigens geschulte junge Erwachsene führen mit Jugendlichen 90-minütige Gesprächsrunden durch, in denen Einsamkeit und ihre Folgen thematisiert werden. Der Fokus liegt dabei auf dem Zusammenhang von persönlicher Isolation mit demokratischer Zugehörigkeit und Teilhabe. Durch kreative Methoden und mit einer Sprache auf Augenhöhe schaffen die Schul-Workshops ein Verständnis für die Folgen von Einsamkeit und sensibilisieren zudem Peers von Betroffenen. Da Jugendliche im Klassenverband teilnehmen, wird eine Stigmatisierung betroffener Jugendlicher vermieden. Die Schul-Workshops werden ebenfalls durch die Initiative Ruhrpott für Europa der Young Politics gUG durchgeführt.

Krisenchat

Ausbau der psychosozialen Krisenberatung: krisenchat im Ruhrgebiet

Als dritter Projektbaustein fördern die Projektpartnerinnen den Ausbau von krisenchat im Ruhrgebiet. Die krisenchat gGmbH bietet jungen Menschen rund um die Uhr eine digitale und barrierefreie Krisenberatung an. Ob Einsamkeit oder akute emotionale Belastung: Betroffene erreichen professionelle Fachkräfte genau dort, wo sie sich im Alltag ohnehin bewegen – via WhatsApp oder im selbst entwickeltem Webchat.

Das Angebot ist bewusst niederschwellig gestaltet, denn für viele Jugendliche ist das Schreiben der erste, leichtere Schritt vor einem Telefonat. Die Berater:innen helfen dabei, das Erlebte in Worte zu fassen, bieten Orientierung in akuten Situationen und vermitteln bei Bedarf direkt weiter. Um eine langfristige Stabilität zu gewährleisten, baut krisenchat im Ruhrgebiet ein Netzwerk mit rund 30 Partner:innen-Institutionen auf. So stellt krisenchat sicher, dass junge Menschen aus dem Ruhrgebiet nach der Erstberatung schnell und unkompliziert die passende Hilfe vor Ort finden.

Ministerpräsident Hendrik Wüst

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst

„Die zunehmende Einsamkeit in unserer Gesellschaft bedroht die Grundfeste unserer Demokratie. Deshalb hat die NRW-Landesregierung einen Aktionsplan gegen Einsamkeit entwickelt. Das Projekt "Einsamkeit und Demokratie" ist für mich eine wertvolle Ergänzung.“ 


Bärbel Bergerhoff Wodopia

Bärbel Bergerhoff-Wodopia

"Als langjähriger Bildungsförderer in den ehemaligen Steinkohlenregionen wissen wir, dass Armut und Einsamkeit eng zusammenhängen. Mit dem Projekt 'Einsamkeit bekämpfen – Demokratie fördern' senden wir eine Botschaft an alle jungen Menschen in der Region, die von Einsamkeit betroffen sind: Wir brauchen eure Ideen und euer Engagement im Ruhrgebiet. Ihr seid wichtig – und ihr seid nicht allein.“

Lars von Lackum

Lars von Lackum

„Einsamkeit zu bekämpfen, die psychosoziale Gesundheit stärken und Demokratie zu fördern, ist eine Aufgabe, die wir nur gemeinsam schultern. Deshalb bündeln drei starke Stiftungen aus NRW ihre Kräfte mit der Landesinitiative und unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten. Wir sind stolz, dazu beizutragen – und überzeugt: Unsere Gesellschaft darf keinen jungen Menschen zurücklassen.“

Karin Erhard

Karin Erhard

„Einsamkeit betrifft nicht nur Einzelne, sondern ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Mit unserem Projekt wollen wir jungen Menschen Perspektiven geben und sie ermutigen, aktiv mitzuwirken. Besonders wichtig ist uns als Vivawest Stiftung hierbei die unmittelbare Arbeit in unseren Quartieren, denn wir sind überzeugt: Selbstwirksamkeit entsteht im direkten Umfeld. Hier schaffen wir Zugänge, die Vertrauen und Zugehörigkeit fördern.“